Historie

Kirchengeschichte Borlinghausen

 

Nach der Eroberung des Sachsenlandes teilte Kaiser Karl das gewonnene Gebiet in Bistümer ein. Borlinghausen kam zum Bistum Paderborn. Dann befahl der Kaiser, dass in jeder Mark eine Pfarrkirche für die gesamten Markbewohner erbaut werden sollte. So erhielt Löwen als Hauptort der Mark eine Pfarr- oder Kirchspielkirche, deren Gründung bis in die Zeit der Christianisierung zurückgreifen könnte.
Im Laufe der Zeit entstanden in den Kirchspielen, mit bischöflicher Erlaubnis, Kapellen. Dies geschah besonders in Siedlungen, die weitab von der Pfarrkirche lagen und sich in Händen von geistlichen Herrschaften oder reichbegüterten Adeligen befanden. Ihre Erbauer blieben auch Eigentümer und hielten sich als einen Geistlichen. Diese Kapellen dienten in erster Linie dem Lesen einer heiligen Messe. Für die eigentlichen Pfarrhandlungen, wie Taufen, Beerdigungen, Trauungen usw. blieb aber die Pfarrkirche zuständig. An bestimmten Tagen durfte in der „Eigenkirche“ auch kein Gottesdienst gehalten werden, damit sich an diesen Tagen alle Bewohner in der Pfarrkirche versammelten. Wann in Borlinghausen die erste Kapelle erbaut wurde, lässt sich nicht feststellen. Man darf aber mit Recht vermuten, dass Werner von Spiegel mit dem Wasserschloss 1587 auch eine Schloss- oder Gutskapelle errichten ließ, zumal er gerade zur Lehre Luthers übertrat. Dort fanden dann neben den normalen evangelischen Gottesdiensten auch evangelische Trauungen und Taufen statt. Dies war zwar verboten, aber Paderborn drückte meist ein Auge zu.
Als das hiesige Gut in protestantische Hände kam, musste die Gutskapelle nach 1839 auf Verlangen des damaligen Bischofs abgerissen werden. 1860 wurde der katholische Freiherr von Wendt Besitzer des Gutes. Er ist auch der Erbauer der Borlinghausener Kirche. Von ihm allein wurden alle Baukosten getragen. Kein Borlinghauser durfte Geld beisteuern oder sich unentgeltlich am Kirchenbau beteiligen. Der Kirchenbau war 1871 vollendet. Am 15.10.1872 weihte der Bischof Konrad Martin die Kirche ein. Zum Andenken an diesen Tag begeht die Gemeinde jedes Jahr am dritten Sonntag im Oktober ihr Kirchweihfest. Die Patronin der Kirche ist St. Maria auxilium Christianorum (Maria, Hilfe der Christen).
Die Kirche ist im neugotischen Stil erbaut. An der Nordseite des Chorraumes hat sie einen 30 m hohen Turm, in dem die Sakristei untergebracht war und nach der Südseite eine Loge für die Familie des Gutsherrn. Die Steine der Kirche stammen aus dem alten Steinbruch am Nordende des Alsterberges. Zwei Klosterbrüder schufen die zahlreichen größeren und kleineren Steinbilder. Über dem Eingangsportal sieht man das Wappen des Freiherrn von Wendt.
Leider starb Baron von Wendt am 27.07.1877 plötzlich und ohne eine letztwillige Bestimmung für die von ihm erbaute Kirche hinterlassen zu haben. So wurde er durch seine in Holland lebende Schwester und 1880 deren Tochter Marie beerbt. Marie hatte den Grafen Franz zu Stollberg – Stollberg geheiratet. Auch dieser sorgte für die Kapelle. Er gab der Kirche eine bessere Ausstattung, ließ eine Orgelempore anlegen, beschaffte ein Harmonium, neue Kirchengeräte und Paramente. Er bestritt die Kultuskosten und trug Sorge, dass ein Geistlicher zur Stelle war. Außerdem gewährte er diesem Wohnung und Unterhalt.
Der Gottesdienst wurde vielfach von erholungssuchenden Geistlichen, besonders Missionaren aus Afrika und Asien besucht. Sie blieben aber oft nur für kürzere Zeit im Dorf.
Nach einem langen Prozess zwischen der Gemeinde und dem Grafen wurde die Kirche 1905 schließlich der Gemeinde Borlinghausen als Eigentum zugesprochen. Nun hatte man den Wunsch Filialkirchengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung und eigenen Geistlichen zu werden. Diese Hoffnung ging unter Bischof Wilhelm Schneider in Erfüllung. Die betreffende Urkunde wurde am 09.05.1908 vom Oberhirten unterzeichnet,  von der Regierung in Minden genehmigt und Ende 1908 in der Kirche bekannt gegeben. Die Laake und die Teutonia, die bis dahin zur Pfarrei Willebadessen gehörten, wurden dieser Filiale angeschlossen.
Bevor ein Geistlicher angestellt wurde, musste für ihn erst eine passende Wohnung erbaut werden. Das Gelände und das Bauholz dazu stellte der Graf Stollberg und die Ziegel der Besitzer der Teutonia, namens Oebel. Durch eine Sammlung im Dorf kamen weitere 12.000 Mark hinzu. Die Arbeiten führte der Bauunternehmer Franz Wagemann aus Bonenburg aus. Später litt die Wohnung wegen der Lage des Bauplatzes leider unter erheblicher Feuchtigkeit. Am 13.09.1918 traf der erste Vikar, Wilhelm Schlüter, in seinem neuen Wirkungskreis ein. Schlüter ordnete mit klugem Sinn die verwickelten Verhältnisse. Er ließ die Kirche ausmalen, elektrisches Licht darin anlegen, den Kirchplatz zur Straße hin mit einer Mauer einfassen. Er legte unter den Kirchenbänken einen Holzfußboden an und sorgte für eine Kirchenheizung. Der Baron von Weichs vermachte der Kirche eine ältere Orgel, die an die Stelle des bisherigen Harmoniums trat.
Seit dem 01.04. 1924 ist Borlinghausen eine Pfarrvikarie mit allen Rechten und Pflichten eines selbstständigen Seelsorgebezirkes, völlig unabhängig von der alten Pfarrei Löwen.
Vikar Schlüter, der 1930 sein silbernes Priesterjubiläum beging, verließ sein bisheriges Arbeitsfeld im Januar 1933. Nach ihm gingen viele Pfarrer in Borlinghausen ein und aus.
Während des 2. Weltkrieges wurden die Buntfenster hinter dem Altar angebracht. Nach dem Krieg wurden die Schäden, die durch den Einzug der Amerikaner entstanden waren, wieder aufgebessert. Ebenfalls nach dem Krieg erhielten die Glocken ein elektrisches Geläut und es wurde eine elektrische Turmuhr angebracht. Später wurde die Kirche erst einmal gründlich renoviert. Im Frühjahr 1953 erfolgte die Ausmalung der Kirche durch den Malermeister Töpfer aus Löwen.
Die Orgelbaufirma Stegerhoff in Paderborn lieferte für die ausgediente alte Orgel eine neue, deren Stimmen am 21.07.1953 zum ersten Male erschallten. Diese Orgel wurde im Jahr 1997 durch eine neue ersetzt. Die neue Orgel wurde am dritten Adventsonntag 1997 mit einem Konzert eingeweiht. Zum 10jährigen Jubiläum der jetzigen Orgel kam es im November 2007 zu einem weiteren Konzert.
1956 wurde der Turmhelm neu mit Schiefers gedeckt, wobei man den schweren, eisernen Hahn säuberte und schmückte.
1959 wurden die schadhaften Fußbodenbeläge im Altarraum und im Mittelgang durch Juraplatten ersetzt. 1962 wurde die Kirche erweitert. Das Kirchenschiff wurde nach Westen hin verlängert, an der Nordseite ein lang gestreckter, niedriger Anbau für Sakristei, Taufbecken und Beichtskapelle geschaffen und die Orgelempore um mehr als die Hälfte vergrößert. Der Kirchplatz erhielt an seiner Süd- und Westseite eine Mauer, der Platz vor dem Portal einen Plattenbelag. Die Weihe der Kirche am dritten Adventsonntag 1962 nahm Dechant Dr. Fuhlrott vor.
Seit 1912 hat Borlinghausen auch einen eigenen Friedhof. Somit müssen die Toten seitdem nicht mehr in Löwen zu Grabe getragen werden.

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